Cost-Average-Effekt vs. Verbilligen: Zwei Strategien im Vergleich

Beide Strategien senken den durchschnittlichen Einstandskurs - aber auf unterschiedliche Weise. Lernen Sie die Unterschiede kennen und finden Sie die passende Strategie für Ihre Anlageziele.

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) entsteht durch regelmäßiges Investieren eines festen Betrags - unabhängig vom aktuellen Kurs.

Merkmale des Cost-Average-Effekts

  • Regelmäßige Investition (z.B. monatlich 200 EUR)
  • Automatisch mehr Anteile bei niedrigen Kursen
  • Weniger Anteile bei hohen Kursen
  • Emotionen werden aus der Anlageentscheidung entfernt

Was ist Verbilligen?

Verbilligen (auch "Averaging Down") bedeutet gezieltes Nachkaufen einer bereits gehaltenen Position nach einem Kursrückgang.

Merkmale des Verbilligens

  • Aktive Entscheidung nach Kursrückgang
  • Ziel: Durchschnittskurs senken
  • Erfordert Analyse und Timing
  • Höheres Risiko bei falscher Einschätzung

Direkter Vergleich

KriteriumCost-Average-EffektVerbilligen
AnsatzPassiv, systematischAktiv, situativ
ZeitaufwandGering (automatisiert)Hoch (Analyse nötig)
EmotionenWerden vermiedenKönnen Entscheidung beeinflussen
RisikoBreit gestreutKonzentration auf eine Position
Geeignet fürETFs, LangfristanlegerEinzelaktien, aktive Anleger

Praxisbeispiel: 12.000 EUR in einem Jahr

Szenario

Sie möchten 12.000 EUR in einen DAX-ETF investieren. Der Kurs schwankt im Jahresverlauf zwischen 90 EUR und 110 EUR.

Strategie A: Cost-Average-Effekt

1.000 EUR monatlich investiert über 12 Monate. Bei schwankenden Kursen kaufen Sie automatisch mal mehr, mal weniger Anteile.

Strategie B: Einmalanlage

12.000 EUR auf einmal investiert. Ihr Erfolg hängt stark vom gewählten Zeitpunkt ab.

Ergebnis

Bei typischen Marktschwankungen führt der Cost-Average-Effekt oft zu einem besseren Durchschnittskurs als eine zufällig gewählte Einmalanlage. Der größte Vorteil: Sie müssen nicht den "richtigen" Zeitpunkt treffen.

Empfehlung

Cost-Average-Effekt wählen, wenn:

  • Sie langfristig Vermögen aufbauen möchten
  • Sie in ETFs oder breite Indizes investieren
  • Sie wenig Zeit für Marktanalyse haben
  • Sie emotionale Entscheidungen vermeiden wollen

Verbilligen wählen, wenn:

  • Sie eine Einzelaktie bereits besitzen
  • Sie von den Fundamentaldaten überzeugt sind
  • Sie einen klaren Nachkauf-Plan haben
  • Sie das erhöhte Risiko tragen können

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Häufig gestellte Fragen

A.

Beide Strategien haben ihre Berechtigung. Der Cost-Average-Effekt eignet sich für langfristiges, systematisches Investieren. Verbilligen ist eine aktive Strategie bei bereits gehaltenen Positionen mit Kursverlusten.

A.

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Ein regelmäßiger Sparplan als Basis, ergänzt durch gezieltes Nachkaufen bei attraktiven Kursen, kann eine effektive Kombination sein.

A.

Eine Faustregel: 10-20% des Nettoeinkommens. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die absolute Höhe. Auch 50 EUR monatlich können langfristig ein Vermögen aufbauen.

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