Was ist ein Stopp-Loss?
Ein Stopp-Loss ist eine Order, die automatisch ausgeführt wird, wenn der Kurs eine bestimmte Schwelle unterschreitet. Ziel: Verluste begrenzen und Kapital schützen.
Vorteile
- Begrenzt maximalen Verlust
- Automatische Ausführung
- Disziplin ohne Emotionen
- Kapital für bessere Chancen frei
Nachteile
- Realisiert Verlust endgültig
- Kann bei kurzen Dips ausgelöst werden
- Keine Erholung möglich
- Transaktionskosten
Entscheidungsmatrix: Stopp-Loss oder Nachkaufen?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Fundamentaldaten verschlechtert (Gewinnwarnung, Schulden) | Stopp-Loss |
| Branchen-/Marktkorrektur bei intakten Fundamentaldaten | Nachkaufen prüfen |
| Position bereits zu groß (über 20% des Portfolios) | Stopp-Loss oder reduzieren |
| Ausreichend Kapital und klarer Nachkauf-Plan | Nachkaufen prüfen |
| Spekulative Aktie ohne stabile Geschäftsgrundlage | Stopp-Loss |
| Blue-Chip mit langfristiger Erfolgsbilanz | Nachkaufen prüfen |
Die 3-Fragen-Methode vor dem Nachkaufen
Warum ist der Kurs gefallen?
Unterscheiden Sie zwischen temporären Faktoren (Marktstimmung, Branchenrotation) und strukturellen Problemen (Geschäftsmodell, Wettbewerb).
Würde ich heute kaufen?
Wenn Sie die Aktie nicht bereits hätten - würden Sie sie zum aktuellen Kurs kaufen? Wenn nein, ist Nachkaufen wahrscheinlich falsch.
Kann ich weitere Verluste verkraften?
Was passiert, wenn die Aktie nach dem Nachkauf weitere 30% fällt? Können Sie das finanziell und emotional tragen?
Praxisbeispiel: Volkswagen-Aktie
Szenario
- Kauf: 100 Aktien zu 150 EUR (15.000 EUR)
- Aktueller Kurs: 120 EUR (-20%)
- Verlust: 3.000 EUR (Buchverlust)
Option A: Stopp-Loss bei 115 EUR
Bei Auslösung: Verkauf zu ca. 115 EUR = 11.500 EUR. Realisierter Verlust: 3.500 EUR. Aber: Kapital ist frei für andere Investments.
Option B: Nachkaufen
100 weitere Aktien zu 120 EUR. Neuer Durchschnitt: 135 EUR. Gesamtinvestition: 27.000 EUR. Risiko: Höhere Konzentration.
Wichtig
Es gibt keine richtige Antwort. Die Entscheidung hängt von Ihrer Analyse der Fundamentaldaten, Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Anlagehorizont ab.
Verschiedene Szenarien durchrechnen
Simulieren Sie, wie sich Ihr Durchschnittskurs bei verschiedenen Nachkauf-Szenarien entwickelt.
Häufig gestellte Fragen
Eine gängige Empfehlung liegt bei 10-15% unter dem Kaufkurs. Bei volatilen Aktien kann der Abstand größer sein (15-20%), bei defensiven Werten kleiner (7-10%).
Mentale Stopp-Loss-Marken sind riskant, da Emotionen oft zu Verzögerungen führen. Ein automatisch ausgeführter Stopp-Loss bei Ihrem Broker ist zuverlässiger.
Ja, das ist eine kluge Strategie. Definieren Sie vor dem Nachkaufen einen neuen Stopp-Loss für die Gesamtposition, um das Risiko zu begrenzen.
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